|
Kuba ist eines der Länder in der Karibik und in Amerika mit der interessantesten, ereignisreichsten und bedeutendsten Geschichte. Die Geschichte unterteilt sich in mehrere Epochen, die vorkolumbianische und die nach der Entdeckung. Danach folgen die Revolution, das Embargo der USA und die Allianz mit der Sowjetunion, ein wesentlicher Teil der Weltgeschichte. Die erste Epoche in der Geschichte Kubas ist die präkolumbianische, die Epoche vor der Ankunft von Cristopher Kolumbus, in der Eingeborene auf der Insel lebten, ebenso wie auf einigen Nachbarinseln. Die Kultur, die Sprache, die verschiedenen Ethnien, die im heutigen Kuba vorherrschten, bezeugen dies. Hierher drangen auch Wanderungsbewegungen vom amerikanischen Kontinent her vor, vorwiegend aus dem Golf von Mexiko und Florida, den Gebieten, die am nächsten liegen. Doch auch Einwanderer aus Nordamerika und Südamerika gelangten hierher wie charakteristische Gesichtszüge zeigen.
Die Pinieninsel und die Hauptinsel Kuba waren die ersten Gebiete, die vor Tausenden von Jahren besiedelt waren, im Falle der zweiteren Insel besonders der südliche Teil. Grund dafür war der Fischreichtum der Region. Später, in der Steinzeit, begann die Jagd Teil der tagtäglichen Aktivitäten und der Lebensweise zu werden. Die Menschen beherrschen das Feuer und Höhlen dienten als Rückzugsgebiete und Schutz. Später errichtete man Holzhäuser, nutzte das Feuer verstärkt und entwickelte sich so fort, doch gegen Ende des 15. Jahrhunderts mit der Ankunft der Spanier in der Neuen Welt, vollzog die Geschichte eine wichtige Wendung, die bedeutendste in der Geschichte Kubas und Amerikas.
1492 kam Kolumbus mit seiner Expedition nach Kuba, genau genommen in den Süden der Insel und erkundete sie. Im 16. Jahrhundert gelangte Diego Velazquez de Cuellar als zweiter in die Region und damit begann die Eroberung der Insel Kuba. Es wurden mehrere Siedlungen gegründet, wie La Havanna, Puerto Principe, Camaguey und Santiago de Cuba... und bedauerenswerten Weise die gesamte Urbevölkerung versklavt. In Baracoa entstand der Sitz des Bistums Kuba und von dort aus wurde die gesamte Insel beherrscht und die ehemaligen Bewohner ausgebeutet.
Der Bergbau, vor allem die Suche nach Gold, Holzwirtschaft, Bauten wie die Festung Tres Reyes del Morro vom Ende des 16. Jahrhunderts, der Hafen, all das wurde in La Havanna in den Jahren errichtet, in denen die spanische Krone das Handelsmonopol für Kuba besass.
Innerhalb von zwei Jahrhunderten, im 18. Jahrhundert, gab es kein Land mehr zu verteilen in der Region, denn es war nichts mehr übrig und alles vergeben. Die Produktion von Tabak, Zucker und der Holzeinschlag waren die wichtigsten wirtschaftlichen Aktivitäten in der Region, in der 1740 die als Königliche Handelkompanie von La Havanna bekannte Gesellschaft gegründet wurde, die den gesamten Handel und die Exporte nach Europa kontrollierte. Damit wandelte sich der Hafen von La Havanna zum wichtigsten Hafen in Kuba, der Karibik und in ganz Amerika.
Aufgrund dieser Situation entluden sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ersten sozialen Spannungen in der Kolonie, der Kampf um bessere Bedingungen, in dem sich Arbeiter und Landbesitzer gegenüberstanden, wobei zeitgleich auch die Unternehemer untereinander um eine grössere Kontrolle der Exporte rangen.
Doch noch vorher, noch im 18. Jahrhundert, gab es eine Invasion der Briten auf Kuba, begünstigt durch den Siebenjährigen Krieg und die Ineffizienz der spanischen Verwaltung auf der Insel. Die Besetzung dauerte ein Jahr, die Zeit, die die Verhandlungen mit den Engländern dauerten, um die Insel zurückzugeben und stattdessen Florida zu erhalten. In der Stadt begann man mit dem Wiederaufbau.
Gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt La Havanna wieder aufgebaut, aber auch ihre Strassen gepflastert und für Beleuchtung gesorgt und der Handel begann über das Finanzministerium kontrolliert zu werden, was eine Beschränkung der Handelsfreiheit aber auch ein wildes Modell zur Ausbeutung der Sklaven bedeutete. In den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts gelangt eine neue Denkrichtung an die Macht und die Sklaverei und Zwangsarbeit werden abgeschafft. Die Oligarchie ist nun nicht mehr so gerne gesehen. Ein neues Projekt ist auf Kuba geboren. Im Gegensatz dazu sehen diejenigen, die sich weiterhin die Sklaverei wünschen, gerne die Annäherung an die Vereinigten Staaten und eine Abwendung von Spanien und machen Druck, dass die spanische Krone die Insel Kuba an Washington verkaufen soll.
In dieser Zeit ist die Insel Kuba also unter spanischer Herrschaft, zu der ein Interesse der Briten kommt, und mitten in all diesem Tauziehen entsteht auch das Bestreben der Kubaner nach Freiheit. Kuba beginnt nun in seiner Bevölkerung separatistische Interessen zu spüren, Unabhängigkeitskämpfer, die im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts Zeugen des Kubanischen Unabhängigkeitskriegs werden.
Mitten in diesem Krieg schaltet sich die USA ein, investiert auf Kuba und erlangt so die Kontrolle über dessen Handel. In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts kommt es zu Auseinandersetzungen, strategischen Bewegungen und Schlachten, die in die Geschichte eingehen. 1898 kommt Kuba ein Ereignis zu Hilfe, eine direkte Konfrontation zwischen Spanien und den USA, die mit dem Verlust Kubas für die Spanier endet. Drei Jahre später, 1901, erlangt Kuba die Unabhängigkeit, ein Jahr später offiziell und mit Tomas Estrada Palma den ersten Präsidenten, doch die Situation ist mit einem Handelsabkommen an die USA gebunden.
1923 gerät Kuba mit dem General Machado an der Macht in eine Diktatur, eine Situtation, die sich bis in die Mitte der 30er Jahre hinzieht, bis die Demokratie auf Kuba wiederhergestellt werden kann. In den 40er Jahren gelangt Fulgencio Batista an die Macht und Kuba erlebt Jahre der Ruhe und der Entwicklung, bis in den 50er Jahren Batista sich in einem Staatsstreich den Fortbestand im Amt sichert. Daher erklärt sich die Revolution von 1959, die nach der kubanischen Revolution den Aufstieg von Fidel Castro ermöglichte, eine Situation, die sich heute mit Raul Castro fortsetzt, denn das hohe Alter von Fidel Castro und sein angegriffener Gesundheitszustand liessen ihn das Amt des Staatschefs an seinen Bruder abgeben. Seit der Machtübernahme durch Castro sind die Beziehungen zu den USA abgebrochen und die USA haben ein Embargo über die Insel verhängt. Die Blockade der Insel hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts viel Geschichte geschrieben, der Kalte Krieg, die Figur des Che Guevara, die Kubakrise, die Landung in der Schweinebucht... |